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Vorsitzender Richter am Landgericht Hon.-Prof. Paul Vogdt geht in den Ruhestand

Vorsitzender Richter am Landgericht Hon.-Prof. Paul Vogdt geht in den Ruhestand   Bildrechte: Tobias Frick / 2011
Foto: Tobias Frick / 2011


Der Vorsitzende Richter am Landgericht Hon.-Prof Paul Vogdt ist nach fast 40-jähriger Tätigkeit in der Niedersächsischen Justiz in den Ruhestand getreten.

Herr Vogdt wurde am 31.05.1956 in Papenburg geboren.

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Köln und dem Referendariat in Oldenburg erfolgte am 15.08.1985 die Einstellung in den niedersächsischen Richterdienst.

Nach Stationen am Landgericht Osnabrück sowie den Amtsgerichten Oldenburg und Vechta erhielt er am 24.07.1989 eine Planstelle beim hiesigen Landgericht Oldenburg.

Hier gehörte er zunächst der 2. und 4. Zivilkammer an und leitete mit großem Engagement zivilgerichtliche Arbeitsgemeinschaften für Referendare.

Im Zeitraum von Juli 1993 bis März 1994 wurde Herr Vogdt an das Oberlandesgericht Oldenburg abgeordnet.

In den Jahren 1994 bis 1995 wurde er - teilweise ohne Präsenzpflicht- an das Landgericht Magdeburg abgeordnet. Im Rahmen dieser Abordnungstätigkeit war er für die Bearbeitung von Rehabilitationsverfahren zuständig.

Zudem wirkte er in der Justizverwaltung als Referent für die Angelegenheiten der Referendare, für die Bearbeitung von Hausvordrucken und führte Prüfungen von Vormundschaften mit höheren Vermögenswerten durch.

Am 31.07.2000 wurde Herr Vogdt zum Vorsitzenden Richter am Landgericht ernannt. Er übte den Vorsitz der 6. Zivilkammer aus, die insbesondere für Bausachen zuständig war.

Zudem engagierte er sich in den Partnerschaften der Justiz mit dem zentralasiatischen Land Kirgistan sowie mit der niederländischen Stadt Groningen.

Im Rahmen von Dienstreisen nach Kirgistan nahm er insbesondere Schulungen von dortigen Richterinnen und Richter vor und half hierdurch am Aufbau der dortigen Justiz im Zivilbereich nach hiesigem Vorbild.

In der Ausbildung des juristischen Nachwuchses machte sich Herr Vogdt zudem insbesondere durch die Mitgestaltung von Didaktikseminaren, die Ausbildung von Richterinnen und Richtern, die Erstellung neuer Ausbildungsunterlagen sowie durch die Entwicklung neuer Lehrkonzepte für das Niedersächsische Ministerium der Justiz und für Europaangelegenheiten verdient.

Zudem leitete er über seine berufliche Tätigkeit hinaus regelmäßig juristische Ausbildungsseminare im Zivil- und Zivilprozessrecht.

Seit über 25 Jahren übt er eine Lehrtätigkeit zunächst an der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven und später an der Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth aus.

Zudem lehrte er an der Hanse Law School der Universitäten Oldenburg und Bremen in den Jahren 2007 bis 2010.

Mit Urkunde vom 25.03.2011 wurde Herr Vogdt von der Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth zunächst für einen Zeitraum von fünf Jahren und am 25.03.2016 unbefristet zum Honorarprofessor bestellt.

Seit dem Jahr 2013 macht Herr Vogdt sich zudem besonders im Bereich der gerichtlichen Mediation im Zivilbereich verdient. Hierbei vermittelt ein Güterichter im Konflikt zwischen den Parteien, schafft eine konstruktive Gesprächsatmosphäre und sorgt für einen fairen Umgang miteinander. Ohne Entscheidungskompetenz beschränken sich die Güterichter im Rahmen der Mediation darauf, die Parteien dabei zu unterstützen, selbst eine sinnvolle Lösung ihrer Probleme zu erarbeiten.

Herr Vogdt nahm sich dieser Form der Konfliktlösung mit großer Leidenschaft an und schaffte es, die Mediation als weitere Streitlösungsmöglichkeit am Landgericht Oldenburg erfolgreich zu etablieren. Zudem bildete er auch selbst Güterichterinnen und Güterichter in der Mediation - auch für andere Bundesländer - aus.

Am 15.06.2016 wurde er zudem zum Konfliktnavigator in der niedersächsischen Justiz bestellt.

Herr Vogdt ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder

Das Landgericht Oldenburg bedankt sich für die jahrzehntelange Tätigkeit von Herrn Vogdt, die durch ein hohes Engagement insbesondere für die Ausbildung von Richterinnen und Richtern und die Mediation geprägt war, und wünscht ihm für seinen zukünftigen Lebensabschnitt alles erdenklich Gute.

Artikel-Informationen

erstellt am:
16.06.2022

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